Kairo (1935 – 1964)






Als es infolge der schrecklichen Ereignisse im Ersten Weltkrieges in Kleinasien keine Niederlassungen mehr gab, konzentrierten sich die Hoffnungen auf den Nahen Osten. Kairo wurde bereits im Jahre 1927 ins Auge gefaßt. Als man in Rom im darauffolgenden Jahr beschlossen hatte, in Kairo unter der Leitung der Wiener Mechitharisten eine Schule zu eröffnen, und als die Gespräche mit dem dortigen armenischen Bischof im Jahre 1934 Erfolg hatten, konnte im darauffolgenden Jahr mit dem Bau der Schule angefangen werden. Im September 1935 war bereits die provisorische Eröffnung durch Prinz Faruk und der Unterricht konnte beginnen, die ofiziellen Feierlichkeiten folgten im Januar 1936.

Die Patres waren natürlich auch für den Religionsunterricht für die katholischen Schüler zuständig.

Die regen kulturellen Aktivitäten führten dazu, daß an den verschiedenen Veranstaltungen nicht nur die Eltern, sondern auch zahlreiche hohe Persönlichkeiten aus kirchlichen und staatlichen Kreisen teilnahmen. Seit 1940 gab es einen Verein wohltätiger Damen und seit 1949/50 einen Verein ehemaliger Schüler. Einevorübergehende Schließung der Schule gab es 1952 im Zusammenhang mit den Protesten gegen das Königshaus. Eine gegnerische Propaganda führte dann im Schuljahr 1952/53 zu einem starken Rückgang der Schülerzahl und beschwor die Gefahr einer völligen Schließung herauf. Man ließ seitdem auch Mädchen zur Volksschule zu.

Wegen des weiteren Rückgangs der Schülerzahl übersiedelte man im Sommer 1955 nach Heliopolis in eine gemietete Villa in der Kleopatra-Straße. Schließlich kaufte man 1956 ein Grundstück für einen Schulneubau. Der Grundsteinlegeung im April 1959 folgte bereits im Mai die Eröffnung im Beisein hoher geistlicher und weltlicher Würdenträger durch den Generalabt.

Aber leider konnte man die mit allen modernen Einrichtungen ausgestattete Schule nur kurze Zeit betreiben, denn die Entwicklung der politischen Lage zwang die Mechitharisten im Mai 1964, von ihrer Schule Abschied zu nehmen und die Gebäude den katholischen Kopten zur Nutzung zu überlassen.